Viersen: Die paar Cent helfen nicht
09.04.2008
Viersen: Die paar Cent helfen nicht. Die Milchpreise sind in der Entwicklung, sagt Kreislandwirt Heinz-Josef Tölkes. Die Molkereien zahlten inzwischen zwei bis drei Cent pro Liter mehr. Insgesamt sei der Milchmarkt zurzeit freundlicher. Das liege aber nur am Export. Indien und China kauften an Milchpulver, was sie bekommen können. Verlässlich sei der exportgestützte Markt aber nicht: Australien und Neuseeland hätten 2006 eine Riesentrockenheit erlebt, das sei in diesem Jahr anders. Also wird es wieder mehr Milch von dort geben. Nicht allein diese Unsicherheit macht den Bauern sorgen, berichtet Tölkes. Denn nicht nur der Milchpreis ist gestiegen: Auch die Preise für Kraftfutter, Mais-Silage und Getreide sind deutlich nach oben gegangen. Einer der Gründe: Vieles, das früher zu Tierfutter verarbeitet wurde, wandert heute in die Bioenergie-Herstellung. Außerdem seien die Kälberpreise deutlich gefallen. Also sinken in diesem Bereich die Einnahmen der Landwirte. Tölkes Fazit: Die Milchpreise sind weit entfernt von dem, was die Bauern brauchen. Zwischen fünf und sieben Cent mehr pro Liter wären realistisch, um die steigenden Kosten aufzufangen. Doch damit hätten die Milcherzeuger noch lange kein dauerhaftes Auskommen mit dem Einkommen. Zehn Cent und mehr Aufschlag auf den aktuellen Preis wären dafür erforderlich. Tölkes ist sicher: Das würde den Verbraucher überhaupt nicht kratzen.
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